Prof. Hildegard Westhoff-Krummacher

Doris Walser

Fragt man die Künstlerin, wo sie sich selbst in der Kunstszene unserer Tage einordnet, dann weicht sie einer Antwort etwas aus. Doch dann sagt sie alles, was zu sagen ist.

Fragt man die Künstlerin, wo sie sich selbst in der Kunstszene unserer Tage einordnet, dann weicht sie einer Antwort etwas aus. Doch dann sagt sie alles, was zu sagen ist.

"Ich habe Mühe, meinen Stil zu benennen und zu sagen wo ich damit stehe. Vor allem weiss ich auch nicht, wo es mich hinführt, wo ich mit meinen Experimenten lande. Durch die Lust am Experimentieren bin ich zu ganz persönlichen Resultaten gekommen. Und darum geht es mir - um einen ganz eigenen Weg, um ein ganz persönliches, unverwechselbares Gestalten!
In Zeiten, als ich Halt brauchte, war mir das Gegenständliche wichtig. Jetzt bewege ich mich bewusst vom Gegenstand weg, möchte aber trotzdem, dass man ihn spürt.
Die Vereinfachung im Bild und die intensive Aussage ist für mich das Wichtigste.

Dann kommt Doris Walser noch einmal auf das "ganz persönliche Resultat des Experimentieren" zurück. Ihre Bilder sind nicht nur Ergebnis gestalterischer Experimente oder "Geschenke des Zufalls", wie sie Max Ernst einmal beschrieb.
"Wenn man glaubt, dass Experimente fertige Bilder schaffen", sagt Doris Walser ganz energisch, "dann täuscht man sich." Ich muss mit dem, was mir zufällt etwas anfangen können. Die "Geschenke des Zufalls" sind für mich Aufforderungen zu gestalten".
Grosse Bedeutung misst sie den Kräften des Unterbewussten zu. "Diese kreativen Kräfte zu mobilisieren und das eingeschlossen Seelische zu befreien bekommt für mich immer mehr Bedeutung".
Doch "unverwechselbar persönliches Gestalten" und "kreative Kräfte" sind nicht alles. Es gehört auch die lebendige, reichdimensionierte Künstlerpersönlichkeit der Doris Walser dazu!

Prof. Hildegard Westhoff-Krummacher

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